Auf dem Weg zu den Rockies
23:10 Uhr
Nach den erholsamen Tagen in der Auberge verabschiedeten wir uns von Joe und Wayne und machten uns auf den Weg Richtung Westen. Nun ja, das war wirklich kein Katzensprung. Vor uns lag zuerst einmal die Provinz Ontario, die so gross ist, dass die Schweiz locker 26 Mal drin Platz hätte. Und dann war da ja auch noch Manitoba, Saskatchewan und Alberta. Wir arbeiteten uns auf dem Transcanada Highway ganz im Truditempo, das heisst, doch eher gemütlich voran.
Die Landschaft änderte von Wälder und Seen gänzlich, als wir die Grenze zu Saskatchewan überquerten. Doch Mario's Onkel Joe bereitete uns gut
auf das Abenteuer vor: "There is not even a tree!" Und es war wirklich so, kein einziger Baum. Wo das Auge hinreichte, Felder, Felder und nochmals Felder und weit draussen am Horizont der Fluchtpunkt unserer Strasse, für die man nicht einmal ein Steuerrad gebraucht hätte. Unterwegs übernachteten wir bei einem Bauern, dessen Nachbarn ungefähr 10 Autominuten weiter entfernt wohnte. So verlassen die Gegend war, sie war einfach beeindruckend.
Nach den fahrlastigen Highway-Tagen brauchten wir eine Pause. Die Quill Lakes, ein international anerkanntes Vogelschutzgebiet war eine willkommene Abwechslung. In diesem Sumpfgebiet leben jährlich über eine Million Vögel und über 300 verschiedene Vogelarten. Wir machten uns auf Entdeckungstour und waren überwältigt von der Vielfalt dieser Vögel und den anderen Tieren. Vom Aussichtsturm konnten wir sogar ein Elchweibchen mit ihrem Jungen in den Feldern beobachten. Kurzerhand entschieden wir uns bei diesem schönen Plätzchen zu übernachten und planten schon unseren Abendschmaus. Doch diese Pläne wurden schlagartig von kleinen Tierchen über den Haufen gewo
rfen. Diesmal waren es nicht die Mücken, sondern Zecken! An Mario's Hosen krabbelten mindestens 4 Zecken rum und einer saugte sich gerade in sein Knie. Diese Fiecher waren mordsmässig gross, mindestens 20 Mal so gross wie unsere Zecken zu Hause und sie schienen plötzlich überall zu sein. Nach der gegenseitigen Untersuchung flohen wir aus diesem wunderschönen Ort.
So waren wir wieder unterwegs, immer noch Richtung Westen. Nach einem interessanten, geschichtlichen Exkurs über die Dinosaurier von Drumheller und den Ureinwohner von Kanada, kamen wir nach Calgary. In der Toyota Garage machten wir noch
einen kleinen Service für unser Auto und am Abend wollten wir das Nachtleben der Cowboys erkunden. Doch an der Zahlstelle von Calgary Downtown trauten wir unseren Augen nicht, wie teuer die Parkgebühr war. Dort lernten wir ein junges Pärchen kennen, die uns ohne zu überlegen, das Ticket einfach als Geschenk in die Hand drückten. Als sie dann noch unser Auto sahen, kamen wir so richtig ins Gespräch. Als Dankeschön wollten wir sie auf ein Bier einladen, doch stattdessen nahmen sie uns in ein Restaurant mit und luden uns auf Prosecco, Austern und anderen Häppchen ein. Wir waren von dieser Grosszügigkeit einfach überwältigt.
So nun aber ab in die Rocky Mountains, die nun zum Greifen nahe waren! In Canmore verb
rachten wir zwei wunderschöne Klettertage, direkt über den glasklaren Grassi Lakes. In Banff hatten wir bislang wenig Glück mit dem Wetter. Wir planten eine 4-Tages Wanderung in die Rocky Mountains, die aber in einer 2-Tages Tour endete. Wir waren nass bis auf die Unterhosen und es schneite sogar runter bis zur Baumgrenze. Nun hoffen wir doch noch auf ein wenig Sommer hier in den Rockies, damit wir die tollen Klettermöglichkeiten noch richtig geniessen können.
Reaktionen
19:05 Uhr
Mit grossem Interesse habe ich Eure Berichte gelesen und mich an den tollen Bildern erfreut. Ich wünsche Euch weiterhin viel Spass, eine Menge Glück, schönes Wetter und vor allem bleibt gesund. Ich freue mich schon auf weitere News von Eurer Reise.
Viele Grüsse
Rita
00:52 Uhr
Danke für die guten Wünsche. Wir werden Anfangs September den West Coast Trail auf Vancouver Island machen. Ein Bericht folgt…
Gruss Marion
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