Das amüsante, argentinische Völkchen
19:52 Uhr
Die Argentinier erinnern uns ein wenig an unsere Nachbarn im Süden, die Italiener. Zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehören Campieren, Grillieren, Wein trinken, gemütliches Beisammensein mit (Gross-) Familie und Freunden, Boccia spielen und Fussball schauen. Genau so haben wir das argentinische Völkchen in unseren ersten paar Wochen kennengelernt.
In Argentinien gibt es wieder viel mehr Campingplätze, ganz im Gegensatz zum Norden Südamerikas, wo es teilweise schwierig war, einen geeigneten Stellplatz zu finden. So ist unsere doch schon fast 1½ jährige Reise ein wenig gemütlicher geworden. Wir hüpfen zur Zeit nicht mehr von einem Top-Highlight zum nächsten, sondern campieren, grillieren und fahren durch wunderschöne Gegenden im so riesigen Land.
Als wir durch den Cañon de Atuel düsten und ein wenig in Gedanken vertieft waren, sagte ich zu Marion, dass ich wieder einmal gerne in einen Seilpark gehen würde, wie wir es vor fast zwei Jahren in Engelberg getan hatten. Unsere sportlichen Aktivitäten halten sich momentan in Grenzen, da es während dem Reisen nicht immer so einfach ist. Und so kommt der Drang nach Bewegung schnell einmal auf. Keine zwei Minuten später schauten wir verblüfft aus dem Autofenster, als wir an einem Seilpark vorbeifuhren. Schnell drehten wir um und nach zehn Minuten hingen wir bereits in den Bäumen. Der Angestellte erzählte uns, dass dies der erste und einzige Seilpark in ganz Argentinien sei und dass er erst vor kurzer Zeit seine Eröffnung hatte. Was für Zufälle das es doch gibt!
Neben den Outdooraktivitäten, lieben die Argentinier auch ihre Rinder. Ist nun das Rindsfilet wirklich so zart in Argentinien wie man es immer hört? Dies ist eine Frage, die wir öfters gestellt bekommen. Ja ist es! Das Fleisch zerläuft wie Butter auf der Zunge. Der Unterschied macht aber sicherlich auch der Preis aus. Ein Kilogramm Rindsfilet kostet nämlich umgerechnet nur zehn schweizer Franken. So kauft man halt meistens kein anderes Fleisch mehr ein. Der Argentinier isst aber üblicherweise nicht Rindsfilet. Da jegliches Fleisch gut schmeckt, stellt er anstelle von Qualität mehr Wert auf Quantität. So kann es im Supermarkt schnell einmal vorkommen, dass man an einem Sonntag, dem heiligen Grilltag, länger bei der Fleischausgabe ansteht, als bei der Kasse. Kein Wunder, wenn der Vordermann ein ganzes Einkaufswägeli voller Fleisch davonschiebt.
Manchmal fragen wir uns, ob die Argentinier überhaupt einen Kochherd zu Hause haben. So sassen wir vor Kurzem, an einem warmen Sommerabend, auf einem Camping, als gegen 21 Uhr einige vollgestopfte, alte Renaults ankamen. Auf dem Dachständer waren Campingstühle, Tische und jede Menge Holz aufgeladen, denn im Auto hatte es wegen der vielen Insassen natürlich keinen Platz. Die kleinen Kinder begannen sich sofort mit Dreck zu beschmeissen, während die Eltern das Feuer anzündeten und das Fleisch würzten. Es wäre nichts Besonderes gewesen, wenn es nicht unter der Woche, an einem stinknormalen Mittwochabend stattgefunden hätte. So spielten die Kinder bis in die späte Nacht hinein, während die Erwachsenen zufrieden ihr Fleisch verdrückten.
Die Arbeitszeiten sind in Argentinien auch sehr speziell. Falls wir Dinge erledigen möchten, dann nur morgens oder abends. Zwischen 13 und 17 Uhr geht gar nichts, dann ist nämlich Siesta angesagt. Auch die Polizei hält sich strikt daran, deshalb sinkt auch die Sicherheit während dieser Zeit in manchen Gegenden des Landes. Die Polizei nimmts aber trotzdem genau, vorallem wenn Touristen in einem roten Landcruiser an ihnen vorbeifahren und einer davon gerade nicht angegurtet war. So verlangen sie schnell mal 500 Pesos, umgerechnet ca. 170 schweizer Franken. Ein hübscher Nebenverdienst für einen argentinischen Polizisten, wenn die blöden zwei Gringos nicht den Nix-Versteher-Modus ausgepackt und damit die Zeit des Beamten vergeudet hätten.
Uns gefällts hier in Argentinien. Der Argentinier ist sehr offen, gesprächig und durch sein typisch südländisches Erscheinen wirklich sympatisch, halt genau wie die Italiener. Tatsächlich sind viele Italiener im Osten Argentiniens eingewandert und haben dadurch sogar die argentinische Küche ein wenig beeinflusst. So stehen Pizza, Gnocchi, Lasagne und andere typisch italienische Gerichte vermehrt auf den Speisekarten. Sogar die Stehklos, die ich als Kind in den Sommerferien in Italien immer so hasste, gibt's hier auch wieder. Ein weitere, lustige Gemeinsamkeit der beiden Länder, jedoch eher weniger praktisch.
Wir geniessen unsere ruhigere Reisephase und hüpfen ständig zwischen Argentinien und Chile hin und her, runter in den Süden Südamerikas. Und wir sind natürlich sehr gespannt, was uns im südlicheren Teil der unzählig vielen Seen und in Patagonien erwartet.
Reaktionen
11:20 Uhr
Aaaaaach ihr Lieben, wie schön, wie schön. Ich wäre so gerne dabei, und würde mir auch leckeres Steak schmecken lassen. Immerhin kann ich so per Blog auf Traumreise gehen!
Weiter so,
lieben Gruß,
Stefan
14:27 Uhr
Hallo Mario und Marion
Vielen herzlichen Dank für eure Weihnachtskarte mit den Fotos und die immer mit Spannung erwarteten Reiseberichte. Kaum zu glauben, dass ihr schon 18 Monate unterwegs seid. Geniesst die Zeit! Auch wir wünschen euch alles Liebe zu Weihnachten und einen guten Rutsch. “Grüessli”, Margrit, Erwin, Sarah und Patrick
16:34 Uhr
Liebe Marion,
Lieber Mario,
Endlich möchten auch wir Hobis für die Weihnachtskarte herzlich danken. Morgen Abend ist es wieder soweit. Weihnachtlich glänzet - hoffentlich, denn Schnee ist angesagt - der Wald. Wir hoffen, dass auch ihr in der Ferne weihnachtlich gestimmt seid. Für eure nächsten Etappen wünschen wir euch viel Glück und sowieso: Ä GUÄTS, GSUNDS 2011!
Claudia und Co.
19:09 Uhr
Hallo zämä,
schon sooooo lange seid ihr unterwegs, dass ich euch nun schon zum zweiten mal die allerbesten neujahrswünsche schicken kann.
“Argentina” (seufz) da war ich auch schon mal während zirka drei monaten. ach war das toll. es ist allerdings schon eine ganze weile her! aber die sehnsucht nach diesem tollen flecken steigt gleich wieder in mir hoch. und es war so warm dort, wo hingegen hier im norden der welt beinahe überall der notstand ausgebrochen ist. schnee - schneechaos - unfälle auf der strasse - chaos im flugverkehr und massenweise gestrandete touristen - dafür hatten wir weisse weihnachten und eiskalt war’s auch!!! brrrrrrr! ach egal - irgendwann wird wohl der frühling auch wieder kommen.
hey ihr beiden, ich wünsche euch wieder alles beste für das kommende jahr, viele weitere abenteuer und geniesst es weiterhin und bleibt gesund.
Prosit Neujahr!!!
Marian
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