Ein kurzer Abstecher in die Schweiz
21:52 Uhr
Nein, nein, wir sind noch lange nicht zurück in der Schweiz, doch in Costa Rica fühlten wir uns fast ein wenig wie zuhause. Costa Rica wird vielfach als Schweiz von Mittelamerika bezeichnet und dies zurecht. Nicht nur die politische, neutrale Orientierung, sondern auch die Sauberkeit, die coolen, sportlichen Leute und vorallem die hügelige, grüne Landschaft im Landesinnern erinnerte uns sehr an unsere Heimat. Nur der Schnee und die Kälte fehlte natürlich.
Vor drei Wochen haben wir unser Fahrzeug in Mexiko auf die Reise geschickt, mit dem Ziel Lima, Peru. Da die Verschiffung bis zu einem Monat dauern wird, haben wir uns kurzfristig entschlossen, einen Abstecher nach Costa Rica zu machen. Und weil uns die Reise durch Belize so gut gefallen hat, packten wir unseren Rucksack ein weiteres Mal mit viel Vorfreude.
In Costa Rica hatten wir mit dem Monat April gerade die heisseste Zeit des Jahres erwischt. Schwül warm bis extrem heiss war unser knapp dreiwöchiger Aufenthalt. Und weil die Costaricaner ihre längsten Ferien des Jahres über Ostern hatten,
passierten uns einige unvorhersehbare Zwischenfälle. So mussten wir am ersten Tag fünf Stunden in der grössten Hitze auf einen freien Bus warten, weil das ganze Transportsystem total überfüllt war. Die Preise der Hotels wurden speziell für die Osterwoche nach oben angepasst. Am Abend vor dem Karfreitag bekamen wir in unserem Hostel von einem Reisenden mit, dass am nächsten Tag gar keine öffentliche Busse fahren. Wir mussten deshalb auf einen teureren Privattransport ausweichen. Auch stellten wir fest, dass der Bierverkauf im ganzen Land für ein paar Tage eingestellt wurde, da die Einheimischen anscheinend gerne über die Osterzeit einen über den Durst trinken. Doch Auswege wurden schnell gefunden und so stiegen einfach alle auf Wein um oder kauften sich im Voraus einen kleinen Vorrat ein.
Costa Rica, die reiche Küste, wird ihrem Namen wirklich gerecht. Die Vielfalt der Tiere, Pflanzen und Wälder ist einfach unglaublich, atemberaubend und einmalig. Dies ist auch ein Hauptgrund, weshalb viele Reisende nach Costa Rica kommen, uns miteinbezogen. Nach den eher flacheren Gegenden in den letzten Monaten konnten wir endlich wieder einmal richtige Wanderungen unternehmen und dabei sahen wir so viele Tiere wie noch nie. Unsere Highlights, um einige einmal zu nennen: Papageien, Kapuziner- und Heuleraffen, kleine gelbe und rote Giftfrösche, Quetzal, Toucan, Schlangen, Faultiere, Agutis, Waschbären, Iguanas, Schildkröten, riesen Schmetterlinge, Taranteln und dreissig Krokodile auf einem Haufen. Und neben der faszinierenden Tierwelt sahen wir auch noch eine grosse Vielfalt an Wäldern, die wunderschönen Nebelwälder vom Monteverde und Santa Elena Reservat, sowie die tropischen Trockenwälder vom Manuel Antonio und Carrara Nationalpark.![]()
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Auch die Unterwasserwelt in Costa Rica ist sehr empfehlenswert. Marion hat in unserem Reiseführer von den Catalina Inseln gelesen, die 12km von Festland entfernt liegen und vulkanischen Ursprungs sind. Die Inseln sind unter anderem das Zuhause von den gigantischen Mantarochen, welche wir schon immer einmal sehen wollten. So machten wir uns auf den Weg nach El Coco, wo die Tauchschulen Taugesausflüge zu den Inseln anbieten. Da am ersten Tag zu wenige Taucher für die Insel interessiert waren, machte ich zwei lokale Tauchgänge und Marion kam mit zum Schnorcheln. Bereits bei diesem Ausflug konnte ich mit Weissspitzen-Riffhaien, Adler- und Stachelrochen tauchen, was ein tolles Gefühl war. Am zweiten Tag hatte ich Glück, dass sich mehrere Taucher für den Bootsausflug zu den Inseln anmeldeten, womit der Ausflug schlussendlich auch stattfand. Es war ein traumhafter Tag, obwohl die Sicht wegen des zahlreichen Planktons nicht ganz optimal war, sah ich zahlreiche Mantas, die teilweise bis auf zwei Meter nahe an mir vorbeischwammen.
Schon seit längerem vermissen wir unsere Bikes zuhause. Deshalb mieteten wir uns in La Fortuna kurzerhand zwei Fahrräder, um zum aktiven Vulkan Arenal zu radeln. Der Vulkan ist meistens mit dichten Wolken behangen und auch an diesem Tag wollten die Wolken den Vulkan nicht ganz freigeben. Bereits beim Überflug nach Mexiko City entdeckten wir begeistert vom Flugzeug aus die umliegenden Vulkane. Aber einen der aktivsten Vulkane der Welt zu sehen, war noch ein spezielleres Gefühl. Wir konnten dem 1670m hohen Riesen zuschauen, wie er riesige Steinbroken von sich spie und dabei gefürchige Töne von sich gab. Da das Wetter nicht so mitspielte, konnten wir leider keine Lava erkennen und wir wurden bei der Rückfahrt auch noch so richtig verregnet. Und zuguterletzt gab's auch noch einen Plattfuss bei Marion's Bike, sodass wir mit dem kaputten Bike auf meinem Rücken die drei Kilometer zu zweit auf dem noch funktionstüchtigen Bike zurückfahren konnten. Zum Glück gings nur noch bergab.
Nun erwarten wir Ende April den Container mit unserem Trudi im Hafen von Lima und hoffen, dass der Rest der Verschiffung noch reibungslos verläuft. Dann gehen wir voraussichtlich wieder einmal so richtig klettern und wandern in den Anden. Wir sind gespannt auf die kommende Zeit in Südamerika und anfangs Juli erwarten wir auch schon unseren nächsten Besuch aus der Schweiz, Kevin Ursi und Dolores, worauf wir uns jetzt schon riesig freuen.
Reaktionen
07:38 Uhr
Schu wieder iech als erschti mit emenä Kommentar. Mario där Film isch super. Und ä chlinä Typ vu mier. Winn mä d`r Film abäladt, dinn isch är grad namol so schü zum Aluegä.
Ä liebä Gruess
Dolores
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