Joshua Tree Nationalpark, USA
 
 
 
Landesflagge

Entlang der Küste Kaliforniens

 
Sonntag, 06. Dezember 2009
22:11 Uhr
Strasse an der Küste

Nach dem kurzen Abstecher ins Death Valley und den Boulder-Tagen in Bishop, gingen wir unseren ersten Besuch aus der Schweiz, meine Mutter Agnes am Flughafen in Los Angeles abholen. Agnes musste in Zürich am Flughafen noch das Handgepäck ein wenig vollstopfen, da ihr grosser Koffer zu schwer gewesen wäre. Ihre Gepäckstücke waren vollgestopft mit Sachen, die sie uns mitnehmen musste. Für ihre Kleider hatte es fast keinen Platz mehr und sie musste sich auf ein Minimum beschränken. Der erste Abend war dann aber wie Weihnachten für uns und Marion's Augen leuchteten, als sie die 1.5 kg Schokolade erblickte.

Unbekannte am SurfenFür die bevorstehenden drei Wochen planten wir eine Rundtour entlang der Küste Kaliforniens, von LA in den Norden Richtung San Francisco und wieder zurück. Bei unserem ersten Halt im Surfparadies Ventura, reizten uns die Wellen so sehr, sodass wir kurzerhand ein Surfboard für einen Tag mieteten. Marion und ich hatten bis anhin lediglich ein paar wenige Erfahrungen im Windsurfen gemacht, jedoch nicht mit Wellenreiten. Die starke Brandung des Pazifiks bekamen wir schnell zu spüren und so spühlten uns die Wellen einfach mal kurzerhand an den Strand. Im Laufe des Nachmittags fanden wir aber die nötigen Tricks raus, um als erstes einmal die Brandung mit dem hohen Wellengang zu überwältigen, dann die Welle mehr oder weniger zum richtigen Zeitpunkt zu erwischen und schlussendlich auch noch kurz auf dem Board aufzustehen. Unsere ersten Surfversuche waren wirklich sehr amüsant, vorallem für Aussenstehende. Die Delphine, die fünf Meter neben mir vorbeischwammen, machten unseren Tag am Strand perfekt.

Ausblick von AnacapaEin paar Tage später besuchten wir Anacapa, die kleinste Vulkaninsel der Inselgruppe Channel Islands, welche ca. 23km von der Westküste Kaliforniens entfernt liegt. Einmal mehr mussten wir auf der Überfahrt zur Insel feststellen, welch gewaltige Kraft der Pazifik hat. Der für uns ungewohnt hohe Wellengang machte sich auf unserem kleinen Boot stark bemerkbar. Wir fühlten uns wie auf einer Achterbahn und für Agnes war dies schon fast zu viel des Guten. Doch die unterhaltsame Delphin-Sichtigung auf halber Strecke liess uns die Schwankerei schon fast wieder vergessen. Auf festem Boden angekommen, erkundeten wir die Insel und genossen die Aussicht von den felsigen Klippen herunter. Wir hatten auch unsere Schnorchelausrüstung dabei, da es anscheinend wunderschön zum Schnorcheln sein sollte. Die Sicht unter Wasser war an diesem Tag leider nicht sehr gut, da die See sehr rauh war. So haben wir sogar den Seelöwen verpasst, der sich laut Agnes bis zu zwei Meter hinter unserem Rücken annäherte. Wir wurden von dem frechen Kerl buchstäblich verarscht!

Männlicher See-ElefantAuf dem Festland ging's dann weiter in den Norden, auf dem berühmten Highway Number One. Die Strasse entlang der kalifornischen Küste ist einfach traumhaft und sie gehört wohl zu den schönsten Autostrecken der USA. Einen kurzen Stop gab's bei Point Piedras Blancas, wo wir die grösste See-Elefanten Kolonie der Küste bestaunen konnten. Im 19. Jahrhundert waren die grössten Roben der Welt vom Aussterben bedroht, da man sie wegen ihres ölhaltigen Trans massenhaft abgeschlachtet hat. Eine einzige Herde mit weniger als hundert Tieren überlebte. Seither wurden die Tiere geschützt und ihr Bestand hat sich wieder erholt. Die Tiere zu beobachten war eine witzige Unterhaltung und wir mussten mehrmals lachen, wie lustig und zugleich auch ungewohnt sich diese Tiere verhielten.

Obwohl es tagsüber angenehme Temperaturen waren, wurden die Nächte immer kälter, je weiter wir in den Norden kamen. Joshua Tree NationalparkWir entschieden uns in Monterey umzukehren, um wieder in den Süden, in wärmere Regionen zu fahren. Wir machten einen kleinen Abstecher zum Joshua Tree Nationalpark, welcher nach den auffälligen Josua-Palmlilie benannt wurde. Der Nationalpark bietet neben den vielen Joshuabäumen und Kakteen auch interessante Felsformationen, die durch Magma entstanden sind und im Verlaufe der Zeit durch Erosion aufgedeckt wurden. Im Cholla Kaktus Garten wurde Agnes ein sogenannter Teddy Bär Kaktus zum Verhängnis. Während dem posieren für ein Foto hüpfte ihr ein abgebrochener Stachelball unerwartet ans Bein. Die Entfernung der mit Wiederhaken versehenen Stacheln war dann eine schmerzhafte Angelegenheit.

Teddybär am BeinNach dem Joshua Tree Nationalpark gings weiter nach Oceanside, einer kleinen, hübschen Stadt zwischen Los Angeles und San Diego. Hier haben wir uns für vier Tage ein Hotel gebucht, um noch die verbleibenden Tage zusammen mit Agnes zu geniessen. Nebst sünnelen und faulenzen, durfte der Shopping-Tag im Outletdörfchen in Carlsbad auch nicht fehlen (übrigens, danke für den Tipp,  Daniela). Für Marion und mich gibt es hier auch noch einige Dinge zu tun, um uns für Mexiko und den Grenzübergang Mitte Dezember vorzubereiten.

Die Zeit verging unglaublich schnell und morgen müssen wir leider unseren ersten Besuch schon wieder verabschieden. Und wenn ihr euch nun noch fragt, wie's zu dritt im Trudi war, kann ich euch nur sagen, dass unsere alte Dame erstaunlich viel Platz bietet.

 

Reaktionen

11. Dezember 2009
18:49 Uhr
Daniela Burlet

Gern geschehen:0), freue mich immer riesig über die regemässigen und sehr spannenden Berichte von eurer Reise! Komme jedes Mal ins Schwärmen…snifff….
Weiterhin viel Spass!

 
 

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