Krönten / Schweiz
 
 
 
Landesflagge

Hochtour Krönten Ostgrat

 
Sonntag, 10. Juli 2011
20:01 Uhr
Flottes Trüppchen

Bei noch strahlendem Sonnenschein und drückender Sommerhitze trafen wir uns am Mittag um 13 Uhr bei der Kletterhalle in Sargans. Doch die unstabile und gewittrige Wetterlage versprach nicht viel Gutes fürs Wochenende und Thomas hatte bereits einige Alternativen im Hinterkopf.

Wir trafen die letzten Vorbereitungen und fuhren dann gemeinsam nach Erstfeld, hinein ins Erstfeldertal, welches nur mit einer Bewilligung der Gemeinde zugänglich ist. Unser Ausgangspunkt waren die Bodenberge und von dort liefen wir über den Geisspfad im Zickzack hoch zur Kröntenhütte. Bei der Hütte angekommen, eröffnete sich ein wunderschönes, wildes Alpenpanorama und der Geruch von einer frischen Wähe und Kaffee lud zum Eintreten ein. Zustieg über den OstgratVom Hüttenwart wurden wirherzlich in Empfang genommen und erhielten wertvolle Tipps für unsere weitere Tourenplanung. Für den heutigen Tag hatten wir aber schon richtig Glück mit dem Wetter, denn es begann erst zu regnen, als wir uns schon in der Hütte eingerichtet hatten. In einer gemütlichen Runde genossen wir das hervorragende Nachtessen und besprachen danach mit gutem Optimismus die Durchführung der Tour über den Ostgrat. Den Wecker mussten wir nicht stellen, denn Thomas hüpfte für uns kurz vor 3 Uhr morgens aus dem Bett und entschied, ob er uns aus den Federn holen wird oder ausschlafen lässt.

Und tatsächlich weckte uns Thomas um 3 Uhr in der Früh. Bis zu diesem Zeitpunkt glaubte niemand wirklich an die Durchführung der Tour, denn in der kurzen Nacht zog ein heftiges Gewitter über uns hinweg. Bei einem reichhaltigen Frühstück mit frisch gebackenem Brot und Zopf stärkten wir uns für den langen Tag. Noch im Dunkeln machten wir uns auf den Weg und je mehr wir uns dem Einstieg zum Ostgrat näherten, desto mehr konnten wir im Morgengrauen dieeinzigartige Marion und OliverLandschaft mit ihren mächtigen Felstürmen bestaunen. Beim Eingang des Ostgrates seilten wir uns an und dann folgte eine längere Kletterpartie, die über den „Chli Krönten“ führte. Auf dem Grat folgte ein kurzer Abstieg zum Gletscher, wo wir die Steigeisen montierten und steil unter dem Felsen des Kröntens aufstiegen. Dabei kamen wir in die Normalroute über den Westgrat hinein und gelangen schliesslich zum letzten Aufstieg, zum berühmten Turm. Nach rund 5 ½ Stunden erreichten wir den Gipfel des 3107m hohen Krönten und genossen dabei eine traumhaft schöne Aussicht über die Urner Alpen. Auch mit dem Wetter hatten wir ein riesen Glück. Immer wieder kämpfte sich die Sonne durch und so blieben wir vor Regen und Gewitter verschont. Nach der Verpflegungspause und dem Gipfelfoto nahmen wir den Abstieg über die Normalroute in Angriff.

Gipfelfoto auf 3108 m.ü.MImmer wieder konnten wir auf Firnfeldern „runterrutschen“ und so kamen wir zügig voran. Über eine letzte Geröllhalde gings steil bergab zur Moorlandschaft und auch unser Zwischenziel, die Kröntenhütte war schon lange in Sicht. Dort genossen wir noch einen wohlverdienten Kaffee und Kuchen, bevor wir die restlichen Höhenmeter runter insTal bewältigten. In der Hütte waren wir noch mit Eincremen beschäftigt, so stark drückte die Sonne und genau dann, als wir alle erleichtert und müde bei den Autos ankamen, begann es heftig zu regnen. Das Wetterglück war regelrecht auf unserer Seite. Wir konnten uns gerade noch im Trockenen verabschieden und auf der ganzen Heimfahrt regnete es in Strömen und Blitze zuckten in den dunklen Wolken.

 

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