Hochland, Ecuador
 
 
 
Landesflagge

Im Andenhochland und entlang der Küste

 
Dienstag, 10. August 2010
21:06 Uhr
Früchtemarkt

Nach der gelungenen Galapagoskreuzfahrt und der wunderschönen Tour in den Dschungel machten wir fünf natürlich auch noch eine Runreise ins Hochland von Ecuador. Die ganze Andenregion ist, neben den schneebedeckten Bergen und aktiven Vulkanen, umgeben von feuchten Nebelwäldern und fruchtbaren Tälern. Der Ertrag dieser riesigen Felder wird von der indigenen Bevölkerung an verschiedenen Tagen in den Hochlanddörfern auf traditionellen und farbenfrohen Indiomärkten verkauft. Und endlich hatte ich mit Mami und Ursi auch zwei Frauen dabei, die mit mir ausgiebig auf den Märkten umherschlenderten und einkauften. Kevin und Mario porbierten stattdessen lieber das ecuadorianische Essen aus und so waren schlussenlich alle sehr zufrieden.

Raclette ÜberraschungUnser Ausgangspunkt für verschiedene Tagesausflüge war das schöne Kolonialstädtchen Latacunga. Von da aus war die Lagune Quilotoa, der Cotopaxi Nationalpark, sowie auch der Hochlandmarkt von Saquisili gut erreichbar. Natürlich wollten wir unsere Besucher auch mit Alberto und seiner Familie, die wir drei Wochen davor in Latacunga kennen lernten, bekannt machen und bei ihm im Restaurant El Fogon essen. Überaus herzlich wurden wir am Nachmittag auch von allen empfangen. Schon lange hatte meine Mutter, Kevin und Ursi eine Überraschung für uns in Planung. Mami fiel das Schweigen jedoch unglaublich schwer. Immer wieder machte sie eine Andeutung oder gab uns einen versteckten Hinweis. Wir vermuteten etwas Essbares, tippten auch hie und da auf Raclette oder Fondue, konnten uns aber die Umsetzung noch nicht ganz vorstellen. Als sie dann eine mit Kerzen erhitzbare Raclettkonstruktion aufbaute, den Käse und all die weiteren, feinen Zutaten auspackte, waren wir absolut begeistert. Die Überraschung war ihr super gelungen! Schon öfters haben wir Chugchucaraunterwegs von einem feinen Raclette geträumt und nun konnten wir auf dem Parkplatz von Albertos Restaurant mit allen zusammen einen Käse nach dem anderen schmelzen und geniessen. So assen wir am Nachmittag ein typisches Gericht aus der Schweiz und am Abend kochte Alberto für uns Chugchucara, ein traditionelles Gericht aus Latacunga selbst. Dieses örtliche Gericht bestand zur Vorspeise aus grobem Maismehl und zum Hauptgang gab es Schweinefleisch, fritierte Schweinshaut, Kartoffeln, fritierten Kochbananen, geröstete Maisnüsse und Käseempanadas. Als Dessert servierte er uns ein Himbeermousse mit einer Guavensauce. So wie das Raclette am Nachmittag spitze war, schmeckte uns auch das Abendessen sehr. Mit voll geschlagenen Bäuchen gingen wir dann früh ins Bett, da Alberto für den anderen Tag einen Ausflug mit uns plante.

Picknick zu zwölftFrüh am Morgen machten wir uns zusammen mit Alberto und seinen Kindern, sowie den Mitarbeitern des Restaurants auf den Weg zum Cotopaxi Nationalpark. Mit Alberto hatten wir einen einheimischen Führer, der uns seine Umgebung und Heimat stolz präsentierte. Auf dem Parkplatz auf ca. 4500 m.ü.M, wo Mario und ich vor drei Wochen unsere Cotopaxi Besteigung starteten, kehrten wir diesmal schnell um, da der Wind uns bissig um die Ohren bliess und wir vor lauter Nebel gar nichts sahen. Bei der Lagune Limpiopungo auf knapp 4000 m.ü.M war das Wetter dann angenehmer, sodass wir gemütlich rundherum spazieren konnten. Kratersee QuilotoaAlberto wollte uns aber noch mehr zeigen. Nach dem Picknicken besichtigten wir Inkaruinen und später auch noch das Museum des Nationalparkes. Die Landschaft mit den wilden Pferden war wunderschön und plötzlich guckste am späteren Nachmittag auch noch der Cotopaxi beinahe aus der Wolkendecke raus. Müde, aber sehr zufrieden und mit vielen Eindrücken kamen wir am Abend zurück nach Latacunga. Das Hochland mit der traditionell gekleideten Bevölkerung, die hügelige und hoch hinauf bewirtschaftete Felderlandschaft gefiel uns super. So war auch nur schon die Fahrt am anderen Tag über den Pass zur Lagune Quilotoa wunderschön und atemberaubend, als wir den Kratersee von oben bestaunen konnten.

GewürzevielfaltUnglaublich schnell verging die gemeinsame Zeit in Ecuador und für meine Mutter nahte der Tag der Abreise. Doch bevor wir sie an den Flughafen in Quito brachten, machten wir noch einen Stopp beim Hochlandmarkt von Saquisili. Dieser Indiomarkt ist noch einer der traditionellsten Landmärkte und für die indigene Bevölkerung ist dies auch der wichtigste Handelsmarkt ganz Ecuadors. Auf insgesamt fünf grossen Plätzen werden neben farbenfrohen Früchte- und Gemüseständen auch Meerschweinchen, Hasen und Hühner gehandelt. Wir tauchten in diese Welt für ein paar Stunden ein und für uns war es ein Fest aller Sinne. Die verschiedenen Gerüche, das Kosten, Probieren, Sehen und Hören war unglaublich interessant und wir kamen aus dem Staunen kaum mehr heraus. Mit diesen letzten Eindrücken brachten wir meine Mutter an den Flughafen, wo wir leider nach drei wunderschönen Wochen wieder Abschied nehmen mussten.

Kevin und Ursi blieben noch weitere fünf Tage, welche wir hauptsächlich in den Nebelwälder von Mindo verbrachten. Nach unserem gemeinsamen Wochendausflug in Engelberg in der Schweiz, der nun schon mehr als ein Jahr zurückliegt, wissen wir nun genau, dass unser Trudi auch genug Platz für vier Personen zum Schlafen bietet. Die schöne Bambushüttchenanlage eignete sich zum Glück super für ein paar Campingtage und so verbrachten Kevin und Ursi ihre restlichen drei Nächte in unserem Dachzelt. Am Tag unternahmen wir einmal eine wilde Wasserfahrt, wobei wir in zusammengeschnürten, grossen Gummischläuchen auf Stromschnellen den Bach hinunterrutschten. Das Dschungelgefühl kam am Tag darauf nochmals ein wenig auf, als wir eine Wanderung durch den verhangenen Nebelwald zu einem schönen Wasserfall machten.

Wanderung zum WasserfallDie Ecuadorrundreise mit euch drei Besuchern, Mami, Kevin und Ursi war einfach einmalig und wir danken euch für die gemeinsame Zeit. Wir zwei machten uns, nach ein paar Flicktagen in Quito und einem kurzen Kaffeetreffen mit meiner Lehrerkollegin Catherine und ihrem Mann Franz, auf den Weg zur Küste nach Puerto Lopez. Jedes Jahr ziehen nämlich grosse Gruppen von Buckelwalen von der Antarktis an die Küsten Ecuadors, um sich zu paaren und ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen. Dieses Naturereignis wollten wir uns nicht entgehen lassen und tatsächlich sahen wir auf unserer Tour eine ganze Familie, Mutter und Vater mit ihren Jungen. Bereits nach der Geburt sind die kleinen Buckelwale vier Meter lang und wiegen ca. zwei Tonnen. Wie schon bei unserer letzten Waltour in Kanada war es auch diesmal unglaublich faszinierend, diese riesigen Säuger in ihrer freien Natur zu beobachten. Zwei-, dreimal kam es  vor, Riesenflosse eines Buckelwalsdass völlig überraschend eine Luftfontäne direkt vor unserem Boot auftauchte und wir das Auf- und Abtauchen im Zeitlupentempo geniessen konnten. Wir sind absolut begeistert und fasziniert von der Landschaft, Tier-, Pflanzen- und Bergwelt Ecuadors. Dieses kleine Land am Äquator ist voll von wunderschönen Schätzen und unglaublich vielfältig. Nach knapp drei Monaten reisen wir nur ungerne aus diesem wundervollen Land nach Peru aus.

 

 

Reaktionen

13. August 2010
05:49 Uhr
Ursi

hallo iär zwei. dankä für där schü bricht. ich bi natürlich bim läsä gad wehmüätig wordä. au für üs ischs ä super zit gsi und iäch hetts definitiv na länger mit eu in ecuador usghaltä. bin übrigens än teil vu dä fotnä vu dr reis dä chind am zeigä. si sind au völlig begeisteret und hen na ganz viel zu jedem foti z’brichtä und z’frogä :-)
machens na guät. lg ursi

13. September 2010
19:39 Uhr
Nadège

Hi ihr Lieben! Tolle Bericht Marion:) Es ist für mich immer schön euch zu lesen. Ich mußte lachen, weil ich genau den gleichen Traum in Lateinamerika hatte Raclette zu essen!!!! Wirklich! Ich habe das sogar im Sommer bei 30 grad zuhause gemacht. Laßt euch gut gehen. Bei uns ist es alles gut. Wir sind auf Jobsuche. Wir haben Nebenjobs (man muß diese verdammte Rechnungen zahlen!) und mal sehen was demnächst kommt. Es kann sein, daß wir umziehen müssen aber so ist es:) Liebe Grüße aus Haltern am See!

 
 

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