Glover's Atoll, Belize
 
 
 
Landesflagge

Mit dem Rucksack durch Belize

 
Samstag, 06. März 2010
01:20 Uhr
Brüllaffen Baby

Mit dem Rucksack durch Belize? Ganz genau! Auf dem Parkplatz vor einem riesigen Einkaufszentrum waren wir gerade dabei unsere sieben Sachen in die Rucksäcke zu verstauen, als Martin Costa plötzlich neben uns anhielt. Wir lernten die überaus nette Familie vor ein paar Tagen beim Strand im Sian Ka'an Reservat kennen. Bei der Toyota Garage in Playa del Carmen hatten wir bereits abgeklärt, ob wir unser Auto für die kommenden drei Wochen abstellen dürfen. Doch Martin bot uns einen noch sicheren Standplatz direkt vor seinem Haus an.

Dieses Angebot nahmen wir natürlich gerne an und so machten wir uns mit schweren Rucksäcken auf zur Grenze nach Belize. Es ist ja schon erstaunlich, wie unser Plunder im Trudi nochmals aufs Goldamselwirklich Wesentliche reduziert werden kann. Als wir nach einer vierstündigen Busfahrt bei der Grenze ankamen, merkten wir, dass wir die Touristenkarte von Mexiko im Auto vergassen. Es gab ein riesiges Chaos an der Grenze und die Leute im Bus mussten eigentlich nur noch auf uns warten. Uns blieb schlussendlich nichts anderes übrig, als eine weitere Touristenkarte zu bezahlen, damit wir innerhalb von wenigen Minuten nach Mexiko ein- und wieder ausreisen konnten. Kaum über der Grenze ist es jedes Tropische BlumenMal faszinierend, wie sich das Leben immer ein wenig verändert. Unser erster Eindruck war Karibik pur! In alten Schulbussen fuhren wir mit einer multikulturellen Bevölkerung und lautstarkem Karibiksound durchs Land. Belize gehörte bis 1981 zur britischen Kolonie und ist deshalb heute das einzige englisch sprechende Land Zentralamerikas. Die Bevölkerungsvielfalt war besonders interessant. In dem kleinen Land leben Mestizen, Mischlinge zwischen Weissen und Indigenen, Mayas, die nun in Gemeinschaften versuchen ihre Sprache aufrecht zu erhalten, Dunkelhäutige, deren Vorfahren als Sklaven von Afrika nach Belize kamen, Chinesen, die hauptsächlich das Supermarktgeschäft betreiben und deutschstämmige Mennoniten, eine Glaubensgemeinschaft, die ihre Lebensweise seit 200 Jahren kaum veränderten und noch heute mit altertümlichen Pferdekutschen anzutreffen sind. Untereinander sprechen sie ganz unterschiedliche Sprachen, aber fast alle konnten sich mit uns in Englisch unterhalten, weil es die offizielle Landessprache ist.

Toucan der NationalvogelDer erste Stop machten wir beim Community Baboon Sanctuary. Schon immer wollten wir einmal die Brüllaffen sehen und hören. Sieben Dörfer haben sich freiwillig zusammengeschlossen, um den Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Brüllaffen zu schützen. Die Brüllaffen sind leicht zu jagen, da sie morgens und abends lautstark brüllen und somit schnell gefunden werden. Für uns dienten sie am Morgen perfekt als Wecker, denn das Brüllen ist so laut und kann von Weitem gehört werden. Unser Guide Robert sah die Affen weit vor uns. Wir zwei standen nur da, blickten wie blinde Hühner hoch zu den Baumwipfeln und brauchten eine Ewigkeit, bis wir den Affen sahen. Wir hatten sogar das Glück und sahen zwei Weibchen mit ihren Babies, die sich an Mamas Bauch festklammerten. Es war faszinierend, mit welcher Leichtigkeit die Affen herumkletterten und von einem Baum zum anderen tänzelten.

Barton Creek OutpostVon Sonja und Markus, die in der Zwischenzeit schon in Südamerika sind, erhielten wir geniale Tips für Belize. Vielen Dank euch zwei! Einer davon war der idyllische Ort Barton Creek Outpost, eine Lodge mitten im Dschungel. In San Ignacio verabredeten wir uns mit dem Besitzer Jim, der uns mit seinem Auto zu seinem abgelegenen Zuhause mitnahm. Im Lonely Planet steht, dass dies ein Ort sei, wo man einen Tag hingeht und eine Woche bleibt. Morgens konnten wir mehrere Toucane beobachten und der erfrischend kühle Pool im Fluss lud zum tarzanmässigen Tarzan im DschungelHineinplumpsen und Schwimmen ein. Es war wirklich ein traumhaftes Plätzchen, wo wir einige Wanderungen unternahmen und danach in der Hängematte ausruhten. In der nahe gelegenen Barton Creek Höhle erfuhren wir mehr über die Geschichte der Mayas. Die Höhle wurde einst für Opferzeremonien benutzt und noch heute können Überreste, wie menschliche Schädel oder Töpfe bestaunt werden.

Belize, kleiner als die Schweiz und hat so viel zu bieten. Eine Besonderheit ist das Great Barrier Reef, welches nach Australien das zweitgrösste Riffsystem der Welt ist. Entlang des Riffs gibt es viele kleine und grössere Inseln, die zum Schnorcheln und Tauchen einladen. Bereits im Voraus buchten wir auf der Insel Glover's Atoll ein Strohhüttchen über dem Wasser. Doch bevor wir auf unser lang ersehntes Inselchen gingen, machten wir noch einen Stop im Cockscomb Basin Wildlife Sanctuary. Dies ist weltweit das erste Reservat, das speziell den Lebensraum des vom Aussterben bedrohten Jaguar schützen möchte. Doch wir waren nicht überrascht, als wir von einem Dschungel im CockscombAussichtspunkt über den ganzen Dschungel blickten und eine Kettensäge hörten. Die Vielfalt der Tiere und der kräftig grüne Dschungel war dennoch überwältigend. Wir haben gelernt, dass die Tiere nicht auf einer Turbowanderung gesehen werden können, sondern dass wir uns Zeit zum Beobachten lassen müssen. Und so sahen wir neben vielen tropisch farbigen Vögeln, Schlangen und Schildkröten, ganz unerwartet ein riesiges Korokodil in einer Lagune.

Ungern verliessen wir das Cockscomb Basin, aber unsere Woche auf dem Inselchen nahte. Sittee River war der Ausgangspunkt für unseren Inselausflug und wir waren uns nicht sicher, ob das kleine Dörfchen auch einen Supermarkt hat, der abwechslungsreiches Essen für eine ganze Woche anbietet. So kamen wir leider einen Tag zu früh in der Sittee-River-Moskito-Hölle an und wir bereuten, dass wir nicht noch einen Tag länger im Cockscomb Dschungel blieben. Wie aber angenommen, hatte es keinen Krokodil an der Lagunegrösseren Supermarkt in Sittee River und so erledigten wir den Einkauf am anderen Tag im Nachbardorf Hopkins. Im Supermarkt war ein Mann plötzlich völlig aufgelöst, da er Mario mit einem Kollegen verwechselte und es kaum glauben konnte, wie sich die Beiden gleichen. Und so lernten wir Charlie kennen. Wir kamen ins Gespräch und er war von unserem Lebensstil und unserer Reise so beeindruckt, dass er gleich den ganzen Tag mit uns verbringen wollte. Wenig später waren wir bei ihm zuhause auf der Veranda und konnten die Internetsachen an seinem Laptop erledigen. Als er und sein Freund Walter am Mittag Hunger bekamen, wurden wir in ein nobles Restaurant eingeladen und am Abend gleich nochmals zu einem typisch belizianischen Gericht, geschmortes Hühnchen mit Bohnen und Reis. Zwischendurch machten wir unseren Einkauf und nach dem feinen Nachtessen wurden wir sogar noch zurück nach Sittee River zu unserem Zeltchen chauffiert. Es ist einfach unglaublich wie liebe und grosszügige Menschen wir immer wieder kennenlernen. Charlie wird uns ganz bestimmt in spezieller Erinnerung bleiben.

Unser Zuhause über dem WasserAm anderen Morgen luden wir mit den anderen Inselgästen die zwei Boote und rumpelten auf hoher See während einer zweistündigen Fahrt zu unserem Inselchen Glover's Atoll. In unserem wunderschönen Strohhüttchen über dem Meer, ausgestattet mit einer Küche und zwei Hängematten richteten wir uns für die kommende Woche ein. Die Zeit verbrachten wir hauptsächlich mit Schnorcheln und Mario mit Tauchen. Kein Wunder, dass das Glover's Reef auf der Liste der UNESCO Weltkultureben steht. Die Unterwasserwelt war einfach fantastisch und auch ich begegnete beim Schnorcheln nicht nur kleinen Kreaturen, sondern sah zum ersten Mal in meinem Leben einen Hai an mir vorbeischwimmen. Auch jedes Mal sahen wir kleinere und grössere Rochen elegant über den Sand gleiten. Schildkröte bei Glover'sDie Abende verbrachten wir meistens mit unseren netten Strohhüttchen-Nachbarn, Kathryn und Phil aus Kanada. Die Kokosnüsse, die zahlreich auf der Insel herumlagen, durften ganz im Stil von "all you can eat" verzehrt werden. Dank der Anleitung von Sonja und Markus waren wir auf's Kokosnuss-Öffnen perfekt vorbereitet und so konnten wir das kanadische Pärchen ohne Probleme zu einem Kokos-Rum einladen. Die Woche verging viel zu schnell und schon brachte uns das Boot wieder zurück aufs Festland. Belize, das Land mit karibischem Flair, die einmaligen Begegnungen mit speziellen Menschen und die Tierbeobachtungen im Dschungel bleiben uns immer in besonderer Erinnerung.

 

Reaktionen

11. März 2010
11:34 Uhr
dolores meier

Traumhaft, Euri Erläbniss in Belize und uf em Insili. Und diä schünä Fotene. Also diä mit em Zöpflä hät Erinnerigä wachgrüeft, Marion. Aber so guet wie dieä “Mum” han iech`s niä chünnä, gäll.
Ä liebä Gruess
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13. März 2010
12:10 Uhr
margrit kalberer

Hoi zäme, ein wunderschöner Reisebericht, der mich jedesmal sehr freut. Wir wünschen Euch weiterhin eine schöne Zeit in Belize. lieber Gruss Margrit

13. März 2010
15:40 Uhr
Marion

Vielen Dank. In der Zwischenzeit sind wir schon wieder in Mexiko, organisieren und planen gerade fleissig unsere Weiterreise. Liebe Grüsse Marion & Mario

13. März 2010
18:22 Uhr
Jeannine und Bruno

Hallo zusammen. Danke für die schöne Homepage und die professionellen Bilder. Besonders die Tier- und Pflanzenfotos sind faszinierend und wir freuen uns jedesmal auf neue Bilder und Berichte.
Hier in der Schweiz ist es immernoch winterlich kalt und wir hoffen auf den baldigen Frühling. Umso schöner ist es, ab und zu Eure Fotos zu bewundern und in Sommerträume zu versinken.
Liebe Grüsse und weiterhin gute Reise und viele spannende Abenteuer und schöne Erlebnisse.
Jeannine und Bruno

13. April 2010
20:40 Uhr
Marian Landolt

Hey, jetzt habe ich einen Kommentat geschrieben und gesendet und da kam die Message, es sei ein Fehler aufgetreten und nun weiss ich gar nicht, ob ihr meinen Bericht bekommen habt oder nicht.

Anyway, weiterhin viele Abenteuer wünsche ich Euch. Bald ist’s ja schon ein Jahr, dass ihr weg seid. (Oder mindestens, dass die Reisevorbereitungen liefen!) Hey Marion, ich vermisse dich als Kollegin im primary-Englisch schon ein wenig.

Lieben gruss

Marian

 
 

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