Pisco Sin Fronteras
23:06 Uhr
Mitte April, also vor rund drei Wochen landeten wir in der Grossmetropole Lima in Peru. Doch das Südamerikaabenteuer konnte noch nicht so ganz beginnen, denn unsere dritte im Bunde fehlte noch. Unser Trudi und der Landrover von Michi und Käthi tuckerten während dieser Zeit noch gemütlich auf dem Frachter MSC Shannon von Mexiko, über die Dominikanische Republik, durch den Panamakanal nach Lima. Von Stress war keine Spur und so mussten wir bis Ende April warten, bis das Schiff mit den beiden Autos überhaupt im Hafen von Callao / Lima ankam.
Durch Zufall sahen wir bei unserem Hostel in Lima einen Anschlag von der Hilfsorganisation Pisco Sin Fronteras. Im Jahr 2007 gab es in Pisco und Umgebung ein schweres Erdbeben und dabei wurde 80% der Stadt zerstört. Pisco Sin Fronteras, kurz PSF hilft der Bevölkerung beim Wiederaufbau. Da wir unsere Zeit in Lima sowieso nicht einfach abwarten wollten, schrieben wir das Hilfswerk ohne zu zögern an. Die unkomplizierte Art gefiel uns schon auf der Webseite. Egal ob man einen Tag, eine Woche oder einen Monat kommen möchte, Leute, die helfen wollen, werden immer gebraucht. Dies war genau das Richtige für uns und da Pisco von Lima nur knapp vier Stunden entfernt ist, hätten wir jederzeit am selben Tag noch zurückfahren können, falls wir wegen der Verschiffung hätten vor Ort sein müssten.
In Pisco angekommen, quetschten wir uns mit unserem ganzen Gepäck in ein kleines Tuctuc und fuhren zur Casa de los Voluntarios (Haus der Voluntäre). Als wir ankamen, waren wir überwältigt, wie viele junge Leute zum Helfen bereit sind. Während unserer Zeit leisteten ungefähr 70 Leute, hauptsächlich aus Nordamerika und Europa Voluntärarbeit für PSF. Gerade weil so viele mithelfen wollen, wurden die Voluntärunterkünfte zu klein und zu eng. Daher mussten die einzelnen Projekte mit den Einheimischen vorübergehend eingestellt werden, weil zuerst der Umzug ins neue Voluntärhaus
im Vordergrund stand. Das neue Voluntärhaus war ursprünglich ein Hostel, was die Helfer von Pisco Sin Fronteras nun renovierten und umbauten. Das Schöne an dieser Organisation ist, dass jeder und jede seine persönlichen Fähigkeiten miteinbringen kann. So baute der Chemiker aus den USA eine Biodieselanlage, Maurer und Zimmerleute bauten auf dem Dach zusätzliche Schlafräume, der Bodenleger plättelte die neue, schöne Küche und der Maler gestaltete dann schlussendlich die einzelnen Räume. Doch spezielle Qualifikationen braucht es nicht, die Grundeinstellung von PSF ist, dass alle irgendwie mithelfen können.
Da das alte Voluntärhaus ausgeräumt und das neue noch sehr provisorisch eingerichtet war, nisteten sich die meisten Volutäre in den umliegenden Hostels ein. Doch obwohl beim neuen Haus alles noch sehr chaotisch und provisorisch war, fand noch am selben Abend unserer Ankunft die Einweihungsparty statt. Dies war für uns gerade eine gute Gelegenheit die vielen Leute kennenzulernen. Bereits am Nachmittag lernten wir Nadège aus Frankreich kennen, die uns eine kleine Führung gab und alles zeigte und erklärte. Sie lebt zusammen mit ihrem Freund Stefan in Deutschland und die Beiden waren nach acht Monaten kurz vor dem Ende ihrer Südamerikareise. Sie wollten noch ein paar Tage in Pisco verbringen, bevor sie zurück nach Deutschland fliegen. Es stellte sich heraus, dass Stefan die Leitung für die neue Webseite von Pisco Sin Fronteras übernahm. Natürlich war er erfreut, dass er mit Mario einen guten Helfer für die Webseite fand. Ich halft zusammen mit Nadège und vielen anderen beim Umzug ins neue Haus und beim Streichen der Räume des alten Hauses mit.
Der Schaden des Erdebebens ist noch heute sichtbar und es gibt für die Helfer von Pisco Sin Fronteras tagtäglich viel zu tun. Die Gegend ist sehr arm und die Menschen sind der Organisation und den Voluntären sehr dankbar. Am Sonntag, unserem freien Tag nutzten wir die Zeit um Einkäufe zu erledigen und die Gegend von Pisco kennenzulernen. Gekonnt fuhr uns der Tuctuc Fahrer auf holpriger Strasse zum lokalen Markt, wo es sonntags jeweils sehr geschäftig zu und her geht. Der Markt war riesig, von Gemüse- und Früchteständen, über Kleider und Schuhe, bis hin zu Werkzeugen, Autoteilen, Coiffeur und vielem mehr war alles vorhanden. Es war ein Eintauchen in eine andere Welt und wir liessen uns den ganzen Morgen Zeit, lachten, staunten und lernten das Leben der Einheimischen kennen. Auch haben wir auf unserer Reise noch nie so feinen Kuchen gegessen wie in Pisco. Schnell wurden auch wir bei der freundlichen Kuchenlady, mit dem köstlichen Schokoladekuchen tägliche Stammkunden.
Die Organisation Pisco Sin Fronteras war eine tolle Erfahrung, auch wenn wir nur für kurze Zeit mihelfen konnten. Da wir einen riesigen Berg an Papierkram für die Verschiffung, mit dem Zoll und fürs Ausladen des Kontainers erledigen mussten, gingen wir nach einer Woche wieder zurück nach Lima. Wie erwartet kam das Schiff Ende April am Hafen von Callao an und daraufhin erlebten wir hauptsächlich nervenaufreibende, frustrierende und kostspielige Tage am Zoll. Es dauerte fast zwei Wochen bis wir den Papierkram erledigten und unsere Autos endlich entgegen nehmen konnten. Doch alles nimmt ja irgendwann einmal ein Ende, obwohl wir es zwischendurch nicht glaubten. Wir sind nun überglücklich, dass wir unser Auto nach über einem Monat endlich wieder haben und unser Südamerikaabenteuer nun so richtig beginnen kann.
Reaktionen
07:37 Uhr
Hoi iähr Peruaner,
Danggä au für där Bricht. Natürlich gang i dinn bi Glägäheit grad mol d’Homepage vu Pisco sin Fronteras gu suächä.
Hoffä, dass iähr d’Zyt mitem Trudily wider voll chünn gnüssä.
Härzlichi Grüäss vur Gabreitä und ä schüni Wuchä.
Claudia
09:55 Uhr
Hi ihr lieben!
Das ist ja toll! Wir haben ganz oft an euch gedacht und gehofft, daß alles mit Trudi klappt! Die Reise in Südamerika kann beginnen. Wir wünschen euch viel viel Spaß beim klettern und wir werden eure Abenteuer fleißig weiter verfolgen:)
Besos de Alemania
Nadège y Stefan
11:18 Uhr
Hallo ihr Lieben,
viele Grüße auch von mir. Wir kommen ja sogar in Eurem Bericht vor, juhuuu!
Schön, dass es mit der Trudi endlich geklappt hat, das waren ja wirklich zwei nervenaufreibende Wochen. Ich stehe nach wie vor im Kontakt mit PSF wegen der Webseite und auch mit Simon, dem ehemaligen Webdesigner. Wir haben uns gestern eine Wohnung angeguckt, die uns richtig gut gefallen hat, hoffentlich bekommen wir die!
Also, viel Spaß und Glück und Freude und tolle Abenteuer mit glücklichem Ausgang weiterhin auf Eurer Reise,
Hasta luego,
Stefan
03:15 Uhr
Danke für die guten Wünsche. Wir sind in der Zwischenzeit in Huaraz und der Andenbergwelt angekommen, wo es uns super gefällt. Wir können endlich wieder mit unserem Trudi campieren und uns nebenbei in genialen Klettergebieten auf über 4200m.ü.M. austoben. Grüsse aus Peru, m&m’s
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