Von der trockenen Wüste ins saftige Grün
17:58 Uhr
Euch allen ein glückliches, gesundes und zufriedenes neues Jahr! Wir hoffen, dass ihr erholsame Festtage geniessen konntet und auch im neuen Jahr gut gestartet seid. Gerade rechtzeitig erreichten wir für Weihnachten die so genannte chilenische Schweiz, wo es wieder Seen, Wälder, verschneite Berge, Kühe, guten Käse und viel Kuchen gibt. In der Suizandina, ein von Schweizern geführtes Hotel, verbrachten wir gemütliche Weihnachtstage, wobei wir die schweizer Küche natürlich wieder einmal richtig genossen. Über Silvester waren wir mit vielen anderen Reisenden bei einer Grillparty im Städtchen Pucón, das direkt unter dem rauchenden, aktiven Vulkan Villarica liegt.
Da wir immer zwischen Chile und Argentinien hin- und herhüpfen, liegt unser erster Stopp in Chile nun doch schon eine Weile zurück. Da gab's noch keinen Flecken grün und schon gar nicht saftige Wiesen mit grasenden Kühen. Wir waren in der Atacamawüste, die trockenste Wüste der Erde. Da gibt es Abschnitte, auf die noch nie ein Regentropfen fiel. Doch das absolut Faszinierenste in dieser Gegend war der Sternenhimmel. Wolkenlose Nächte, konstante pazifische Winde und geringe Lichtverschmutzung machen den Norden Chiles auch für Astrologen zu einem der besten Sternguckerplätze der Welt. Daher wimmelt es da oben nur so von
Observatorien, wobei das weltweit grösste Teleskop zurzeit gerade ausserhalb von San Pedro de Atacama gebaut wird. Somit ist Europa im Wettlauf der immer grösser werdenden Teleskope gerade führend. Unser Führer meinte dazu: "Nordamerika und Europa haben das Geld für Teleskope, wir in Chile haben den Sternenhimmel." Der Besuch im Observatorium in der Atacamawüste war so spannend, dass wir kurz darauf weiter südlich in Vicuña gleich noch eine Sternentour machten. Bei beiden Touren konnten wir durch, für unsere Verhältnisse schon grosse Teleskope den funkelnden Himmel beobachten und sahen dabei Sterne, Planeten, Monde und Galaxien. Doch nicht nur die nächtlichen Ausflüge
waren sehr interessant. Die Gegend rund um San Pedro de Atacama hat auch tagsüber Einiges zu bieten. Der eindrücklichste Abstecher war das auf 4300m gelegene El Tatio Geisirfeld. Klar, im Vergleich zum Yellowstone Nationalpark in den USA war dieses Geisirfeld doch eher klein. Trotzdem waren wir wieder einmal mehr von den rauchenden und sprudelnd heissen Geisiren, sowie den blubbernden Schlammtöpfen beeindruckt. Ausserdem hatte es mitten im Geisirfeld einen dreissig Grad warmen Pool, der uns nach der bitterkalten Nacht aufwärmte.
Chile, das Land des guten Weins. Vorbei an riesigen Weingütern fuhren wir immer weiter in Richtung Süden. Unterwegs, im Pisco Elqui Tal, wird neben Wein auch Chiles Nationalgetränk, der Piscoschnaps, hergestellt. Das Problem, auch Peru erklärte den Pisco als deren Nationalgetränk und noch heute herrscht eine grosse Meinungs-verschiedenheit, wer den Schnaps nun zuerst erfunden hat. Wie dem auch sei, der Schnaps schmeckt auf jeden Fall gar nicht schlecht und kann zu einem guten Cocktail, dem Pisco Sour gemischt werden.
Nach dem langen, trockenen und heissen Norden sind wir nun froh, dass wieder Wälder, Seen und Berge das Landschaftsbild prägen. Wir sind kurz vor Patagonien und gäbe es hier nicht Araukarienbäume und Vulkane, man könnte wirklich meinen, wir seien zuhause in der Schweiz. Natürlich sind es genau diese Unterschiede, die uns hier anziehen. Auf dem Gipfel des Vulkans Lonquimay hatten wir eine geniale Aussicht in den Krater und auf die umliegenden, verschneiten Vulkane. Beim Abstieg konnten auch wir, mitten im Sommer den Schnee geniessen, indem wir praktisch den ganzen Vulkan auf den vielen Schneefeldern
runterrutschen konnten. Im Nationalpark Huerquehue machten wir eine viertages Wanderung durch den geschützten Araukarienwald und liessen uns von den teils bis zu 1000 Jahre alten, riesigen Bäumen beeindrucken. Das Ziel unserer Mehrtageswanderung waren die Thermen von Rio Blanco. Die Rucksäcke, gepackt mit Essen für vier Tage, Zelt und Schlafsäcken waren schwer. Aber die Anstrengung hat sich mehr als gelohnt, denn immer wieder wurden wir mit einer schönen Aussicht belohnt. Bei den Thermen angekommen, konnten wir uns im heissen Wasser eines natürlichen Pools erholen und zum Abkühlen hüpften wir einfach in den kalten Fluss direkt nebenan. Von der Bäuerin erhielten wir noch frisch gebackenes Brot, als Stärkung für den Rückweg.
Wir geniessen die Wanderzeit in vollen Zügen. Nun machen wir nochmals einen kurzen Abstecher nach Argentinien, bevor wir dann in Chile entlang der Carretera Austral ganz in den Süden von Patagonien fahren werden. In diesem Sinne: Auf in ein gutes, neues Jahr!
Reaktionen
16:01 Uhr
Hallo ihr lieben! Frohes neues auch an Euch beide!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Danke für die Postkarte! Wir haben uns sehr gefreut:) Ich hoffe, es geht euch gut! Aber wenn ich sehe wo ihr gerade seid, dann mache ich mich keine Sorge!
Bei uns ist alles in Ordnung. Wir arbeiten momentan viel an der Herstellung einer Diashow von unserer Reise. Am 5 März findet sie statt. Wir haben tausende von Bilder und es ist gar nicht einfach sich zu entscheiden… Harte Arbeit. Aber es macht Spaß! Wir hoffen, daß wir auch Gelder für PSF und unsere TortugaProjekt Karumbé sammeln werden. Zwischen Jobs, Jobssuche deutschlandweit und die Diashow haben wir gut zu tun:)
Ganz liebe Grüße aus Haltern am See!!
Nadège
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